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UX-Writing: So schreiben Sie digital.

 

Heute ist es so weit: Ich schreibe meinen ersten Blogpost.
Ich freue mich sehr, Ihnen heute in meinem ersten Beitrag einen Einblick in die Welt des UX-Writings geben zu können.

UX-Writing: Ein weiteres Unwort im Bullshit-Bingo des digitalen Wortschatzes?

Nein, kein Bullshit. UX-Writing ist ein Begriff, den Sie sich hinter die Ohren schreiben sollten.
Wer von uns hat sich beim Ausfüllen eines digitalen Formulars noch nie geärgert? Nachdem ich gefühlt 500 Formularfelder ausgefüllt habe, erhalte ich zwar eine Fehlermeldung, weiss aber nicht, wo ich was falsch gemacht habe. Da vergeht einem schon mal der Spass.
Genau in diesem Moment kommt UX-Writing ins Spiel.


Den Nutzer bei seiner Reise durch unser Produkt begleiten

UX-Writing ist eine Teildisziplin des UX-Designs (was das genau ist, wird Ihnen meine Kollegin Linda im nächsten Blogpost erklären) und umfasst alle Texte eines digitalen Produkts. Mit UX-Writing führen wir unsere Kunden durch unsere App/unsere Website und vereinfachen die Interaktion. Ein UX-Writer weiss beispielsweise genau, an welcher Stelle er den User mit Worten unterstützt und welchen Tone er dabei wählt.

Das alles klingt für Sie zu theoretisch? Hier ein Beispiel, das die Bedeutung von UX-Writing unterstreicht:



Sie sehen: Ohne Text kein Produkt. Und somit auch kein Nutzererlebnis.


Was sind die Ziele des UX-Writing?

In erster Linie soll UX-Writing Ihrem Besucher dabei helfen, die gewünschten Informationen rasch und intuitiv zu finden. Dabei ist es wichtig, dass der Texter sich in den Endnutzer hineinversetzt: Wir wollen ihn nicht um jeden Preis verführen, sondern ihn in seinem Handeln unterstützen. Wir sind für ihn da, falls etwas nicht so klappt, wie erwartet. Trotzdem zielen wir mit UX-Writing immer auf eine Handlung ab. Dies kann zum Beispiel eine Anmeldung für einen Newsletter, ein Kauf oder ganz einfach ein Klick auf einen weiterführenden Link sein.


Wie gelingt mir UX-Writing?

Wie bei allem neu Gelernten gilt: üben, üben, üben. Beim UX-Writing sind jedoch die Recherche, die Analyse, das Testen und das Überarbeiten noch wichtiger. Folgende Fragen sollten Sie sich unbedingt stellen, bevor Sie sich ans Texten Ihres Interfaces machen:

  • Was ist mein Produkt?
    – Was kann mein Produkt, wozu dient es?
    – Ist mein Produkt eine App oder eine Website?
    – Welches Device (Desktop, Tablet, Smartphone) nutzt der User, um mein Produkt zu verwenden?
    – Gibt es eine Vorgänger-Version des Produkts? Wenn ja: Was waren dabei die Stärken und Schwächen?
    – Wie unterscheidet sich mein Produkt von Konkurrenzangeboten?
    – Welche Probleme des Menschen verkleinert / löst mein Produkt?

    Um diese Fragen zu beantworten, greifen UX-Writer oft zum Value Proposition Canvas. Mit dem Value Proposition Canvas definieren Sie, welche Hürden Sie Ihrem Besucher bei der Nutzung Ihres Produktes nehmen und welche Glücksgefühle Sie verstärken können.

  • Für wen ist mein Produkt gedacht?
    – Definieren Sie Zielgruppen und leiten Sie davon eine/mehrere Personas ab.

  • Welche Tonalitäten verwende ich?
    – Voice (die Art, in der Ihr Produkt/Ihr Unternehmen grundsätzlich spricht)
    – Tone (Situationen, in der Ihr Produkt/Ihr Unternehmen seine Art zu sprechen anpasst)
    – Vokabular (Welche Begriffe verwenden Sie gerne, welche verwenden Sie nie? Wie schreiben Sie Produktnamen?)

  • Wie gliedere ich den Inhalt?
    Leser lesen nicht. Sie überfliegen. Deshalb gilt für das Strukturieren von Texten im Web folgende Regel:
    1. Hauptargument als Startpunkt
    2. Zusatzinformationen nach Relevanz
    3. Geschichte und Hintergrund (falls nötig)


Wie texte ich nun fürs Web?

  • Kurz
    Wie erwähnt: Leser lesen nicht. Weniger als 20% der Texte einer Website werden tatsächlich gelesen. Verpacken Sie ihre Infos deswegen in kurze (Ab-)Sätze.

  • Einheitlich
    Definieren Sie Ihre Voice und verschiedene Tones und bleiben Sie dann dabei. Nichts ist für den Leser mühsamer, als wenn er Absatz für Absatz mit einer neuen Stimme vertraut werden muss.

  • Klar
    So kurz und knapp Ihre Texte sein sollen, so klar und verständlich sollen sie auch sein.

  • Klar gegliedert und strukturiert
    Niemand mag «Bleiwüsten». Unterteilen Sie Ihren Text in Absätze, heben Sie Wichtiges hervor und arbeiten Sie mit Bullet-Points.


Und last but not least:
Fragen Sie sich selbst, wie Sie im Web gerne angesprochen werden.
Und schreiben Sie so für Ihren Besucher.
Viel Spass beim Texten!

Autorin: Rahel Stöckli | 07.04.2020

 

Feedback

  • Romana

    Spannender Beitrag
    Für mich als Laie trotzdem etwas zu theoretisch. Mehrere Beispiele würden dies eventuell noch besser erklären.
    Aber immerhin-ein neues Wort gelernt😊

  • Laurence

    Interessant danke, ein bisschen kürzer noch möglich? Freue mich schon auf dem Blogpost von Linda

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